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über die entstehung der welt

Einst lebte ein Wesen von unendlichem Wissen und grenzenloser Erkenntnis. Dieses Wesen war alle Existenz. Alles, was Dasein hatte, gehörte zu seinem Geist. Es war frei und gleichzeitig eingesperrt in einem Käfig, den es selbst entwarf. Und es leuchtete still vor sich hin und dachte alle Gedanken.
Es durchlebte die Ewigkeit, immer und immer wieder. Und es schmerzte. Es schmerzte zu fühlen, dass es allein war, dass es der Selbstzweck war, dass es existierte mit der Gewissheit, keinen Sinn zu ergeben, weil es nichts anderes gab, was es einen Sinn hätte verleihen können. Jeder Augenblick -und es gab keine Augenblicke- seines Lebens war dem Wesen bewusst, dass es umsonst litt, für nichts. Es würde keine Erlösung finden, Gedankengänge führten zu keinem Resultat, sie drehten sich bloß unnachgiebig um die eine Wahrheit, die es den Verstand geraubt hätte, hätte dieser irgendwohin verschwinden können.

Seine imaginäre Kehle war erfüllt von einem Schrei, den es nie loslassen konnte. All seine Traurigkeit, all sein Schmerz schürten diesen Schrei, der Druck presste jede Ablenkung weg, jedes Ignorieren. Und es starb nicht. Es konnte nicht sterben. Doch in einem hatte es sich geirrt. Seine Gedanken, die es durch die Ewigkeit malträtierten, sie kreisten zwar, dennoch wanderten sie langsam aber stetig einer Erkenntnis zu. Es, das die reine Wahrheit war, wurde die Wahrheit über die Wahrheit selbst zuteil. Es schien, als hätte sein unbarmherziges Dahinvegetieren tatsächlich etwas bewirkt, nämlich das Bewusstsein freizusetzen, dass es keine andere Möglichkeit als diese geben konnte, dass alles besser war zu sein, als das, was es war. Sich selbst zu verlieren war ein Preis, den es zahlen würde. Es würde ein Gefühl verspüren, das um Welten besser war als das Gefühl, sich selbst zu kennen. Die Wahrheit, die es gewann, war nämlich dass es keine Wahrheit geben durfte. Es beendete sein Leiden - mit einer einzigen erlösenden Explosion. Es zerstreute sich, löste sich auf. Gedanken, die vielleicht noch nebeneinader lagen und zusammenfanden im Bad der Materie, in die sich des Wesens Irrationalität nun gewandelt hatte, konnten sich nicht mehr ausreichend kombinieren, um fähig zu sein, etwas zu finden, was auch nur annähernd der Wahrheit entsprach. Sie war verschwunden.

Des Wesens Geist ruhte nun aufgelöst in jeder entstandenen Materie, riesig zwar, doch dennoch endlich. Und solange sie nicht wieder zusammenfand und ein vollständiges Subjekt ergab, konnten Wahrheiten erfunden werden, die sich unabhängig im Universum wähnten, währenddessen sie nichts ahnend von der einen latenten Wahrheit überschattet wurden, die nie wieder zutage trat.

 

 

20.8.06 18:12
 


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